Der Zementgarten (nach Ian McEwan)
Der Vater stirbt und hinterlässt eine Menge Zement. Die Mutter, nun allein mit ihren vier Kindern, wird schwer krank. Und stirbt kurz darauf. Die Kinder sind jetzt allein. Sie wollen sich nicht trennen, sie wollen keine Veränderung, sie wollen eine Familie bleiben. Und erzählen niemandem vom Tod der Mutter. Begraben ihre Mutter im Keller, der Zement wird nützlich. Und dann? Dann spielen die Kinder ihre Spiele und werden zu Erwachsenen. Und wieder gibt es Vater, Mutter, Kinder und es wird gekocht und geputzt, es gibt Streit und es gibt Sex. Ein schrecklich schönes Paradies, wäre da nicht die Außenwelt. Die Außenwelt, die einbricht in die Familie und den Wahn zerstört.
Die Geschichte, die Ian McEwan in seinem berühmten Buch „Der Zementgarten“ erzählt, übt eine unglaubliche Faszination aus und lässt einen gleichzeitig fassungslos zurück. Zu pervers erscheint die Umkehrung der klassischen Familie in ein Regime der Kinder. Kinder, die machen, was sie wollen. Die einander hassen, die scheinbar kalt ihre Leben weiterleben während die Mutter tot unter ihnen liegt und denen trotzdem nichts wichtiger ist als die Familie. Die sich als untrennbare Einheit sehen, und bei denen Inzest ganz natürlich und nichts Verbotenes ist. Doch warum ist es für uns so unfassbar, dem Treiben der Kinder zu zusehen? Ist Familie immer noch ein Sehnsuchtsort? Ist Familie selbst dann ein Heim, wenn alles auf den Kopf gestellt und falsch erscheint? Was passiert, wenn man die Sittlichkeit verlässt und sich eine neue Welt erschafft? Eine Kinderwelt. Und dann entdeckt, dass sie alles andere als unschuldig ist.
Regie: Christopher Köhler, Lisa Günther
Dramaturgie: Leonie Geisinger
Regie-Assistenz: Lisa-Marie Hobusch
Es spielen: Tala Al-Deen, Tim Josefski, Caroline Kaiser, Julia Pohl, Max Schaufuß
Bühne/Ausstattung: Liese Endler
Technik/Ausstattung: Nico Röske
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